In Schweden sind jetzt Filesharer, welche sich in der “Kirche der Kopimisten” zusammengeschlossen haben, als offizielle Religionsgemeinschaft anerkannt worden. Natürlich haben sie dabei nicht die selben Rechte wie zum Beispiel die großen christlichen Kirchen, vielleicht ist es jedoch ein Schritt in die gesellschaftliche Anerkennung des Kopierens und des zugänglich Machen von Medien für die Öffentlichkeit.
Die Kirche der Kopimisten wurde erst in ihrem dritten Anlauf des Anerkennungsantrages als religiöse Gemeinschaft anerkannt und haben dadurch einen offiziellen religiösen Status. Die Werte, welche in dieser nun neuen Religion hochgehalten werden sind dabei, dass Informationen heilig sind, das Kopieren ein Sakrament und der Kopierschutz eine Sünde ist.
Ob man jetzt nun in die Hölle kommt, wenn man für sein eigene Software einen Kopierschutz entwickelt, weil man nun mal in einer kapitalistischen Welt etwas Geld verdienen muss, konnte ich bei dieser Religion leider nicht in Erfahrung bringen. Vielleicht gibt es ja ein jüngstes Gericht, welches ein globales Löschen aller sündigen Seelen veranlasst oder ähnliches.
Gegründet wurde die Religionsgemeinschaft von dem 19 jährigen Isak Gerson. Er will die Religion zu einer solch großen Gemeinschaft führen, dass sie durch gesellschaftliche Veränderungen die Gesetzgebung beeinflussen kann. Wer jetzt Angst vor Diktatur oder so hat, der sei hier entwarnt. Damit ist nichts anderes gemeint, als dass der allgemeine gesellschaftliche Wille auch in der Legislative einer Demokratie berücksichtigt wird. Ein Beispiel dazu ist zum Beispiel die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen oder ähnlichen, welche früher doch durch die Geselschaft geächtet wurden und heutzutage Niemanden mehr vor dem Sofa hervor lockt.
Durch die Anerkennung der Religion ist das Teilen von Daten nämlich nicht legal. Aber vielleicht führt eine solche Anerkennung ja doch in einer Richtung der Liberalisierung – zumindest in Schweden.

