Mit einem großen Event versucht der Totgesagte und noch länger lebende finnische Handy-Hersteller den Kopf aus der Schlinge der Abwärts-Talspur zu ziehen. Doch kann Nokia mit seinem neuem Partner Microsoft überzeugen – schauen wir einmal genauer hin.
Auf die Vorstellung der neuen Smartphones mit Windows 7 Phone als Betriebssystem wurde lange hin gefiebert und versucht, einen Hype zu generieren wie es auch andere Hersteller wie Apple, Samsung oder gar Google gerne tun. Doch der Schuß ging nach hinten los.

press.nokia.com
Vorgestellt wurden nur zwei Handys mit dem neuen Microsoft Betriebssystem, das Nokia Lumia 800 und das Lumia 710.
Das Lumia 800 sieht dabei dem Meego Smartphone N9 verzweifelt ähnlich – ist also nur ein Hardware-Nachfolger mit neuem Betriebssystem. Ob ein Wechsel vom Quelloffenen und auf Linux basierenden Betriebssystem Meego zu Windows Phone 7 wirklich besser ist, glaube ich zwar nicht, aber der Vorstand von Nokia wird sich schon was dabei gedacht haben, als sie Microsoft sich für viel Geld ins Unternehmen einkaufen ließen. Ein Android wäre mir da lieber gewesen.
Aber gucken wir uns die Hardware des Lumia 800 mal genauer an:
3,7 Zoll Amoled Display ist von der Größe her ganz annehmbar. Was mich hier aber stört ist die geringe Auflösung von 480 x 800 Pixel. Für ein neues Handy aus dem Hochpreissegment doch etwas gering. Auch mit seiner 12 Millimeter Dicke gehört das neue angebliche Flaggschiff von Nokia nicht zu einer wirklichen Konkurrenz von Samsung oder Apple. Immerhin sind die 16 GigaByte Speicher und der 1,4 Gigahertz Prozessor annehmbar.
Ein gutes hat das Handy übrigens, eine Kamera, die genauso gut von der Hardwareausstattung ist, wie die des iPhones 4S.
Und nun kommen wir zur abgespeckten Version des Lumia 800, dem Lumia 710 welches für den kleineren Geldbeutel gedacht ist:
Hier lassen sich die 480 x 800 Pixel sehr gut als Eckdaten verkaufen, sieht man einmal davon ab, dass das Lumia 710 nur ein LCD-Display besitzt. Es besitzt eine annehmbare 5 Megapixel-Kamera und 8 GigaByte internen Speicher.
Jetzt aber noch der Clou, den sich die Produktmanager von Nokia einfallen lassen haben. Für das Lumia 710 packen sie wieder die wechselbaren Oberschalen aus, welche wir von Nokias Urzeit-Handys wie dem 3210 noch kennen.
Jetzt sieht man, dass Nokia sich in Sachen Hardware nicht wirklich etwas neues einfallen lassen hat. Aber als OS werkelt ja immerhin das neue Windows 7 Phone. Um es in wenigen Worten auszudrücken: es kann nichts, was Apples iOS oder Googles Android nicht auch kann, eher weniger. Als Verkaufsargument kann dieses ebenfalls nicht wirklich dienen.

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Jedenfalls werde ich bei meinem Android Handy bleiben, auch wenn ich ab und zu sehnsüchtig in die Welt des Apfels blicke. Ein Nokia werde ich in nächster Zeit aber nicht anfassen.
Mein Fazit:
Nokia hat nicht im Ansatz versucht mit Technik zu glänzen – muss man auch nicht, wenn man ein schönes Design vorweisen kann. Dieses hat mein Geschmack jedoch ebenfalls nicht getroffen. Schade um die schöne Zeit die ich im Internet vor dem LifeStream gesessen habe um mir die Neuerungen anzusehen. Was kam, war jedoch schon überall bekannt (siehe auch den Artikel Windows Smartphones werden auf Nokia World 2011 vorgestellt).
Aber wie schon am Anfang des Artikels angedeutet, leben Tot gesagte ja immer länger.
